- Entsorgung und Wiederverwertung: Sperrige Altmaterialien, Fliesenreste und Verpackungen müssen fachgerecht entsorgt oder recycelt werden. In manchen Fällen lassen sich Kosten durch Wiederverwendung von Teilen senken.
Preisliche Orientierung, ohne Anspruch auf Genauigkeit, sondern als grober Rahmen: Eine Kleinrenovierung, bei der nur wenige Bereiche erneuert werden, beläuft sich oft auf etwa fünf- bis zwanzigtausend Euro. Eine vollständige Renovierung eines kleinen bis mittleren Bads kann typischerweise zwischen zehntausend und vierzigtausend Euro liegen, während größere Räume oder hochwertige Ausstattung auch darüber hinaus gehen. Regionale Unterschiede, Materialauswahl und individuelle Anforderungen wie barrierearme Gestaltung beeinflussen die Kosten deutlich. Es empfiehlt sich, von vornherein einen realistischen Budgetpuffer einzuplanen – häufig 10 bis 20 Prozent des Gesamtumfangs – um unvorhergesehene Maßnahmen abzufedern.
Nun zu den Anbietern und Plattformen, die bei einer Badrenovierung eine bedeutende Rolle spielen. In Deutschland gibt es neben lokalen Sanitär- und Fliesenbetrieben zwei oft genutzte Kategorien: Handelsketten für Materialbeschaffung und spezialisierte Plattformen, die Planung, Ausschreibung oder die Vermittlung von Fachbetrieben unterstützen.
- Material- und Einrichtungshäuser: Hornbach, Bauhaus, OBI und Toom führen eine breite Produktpalette von Fliesen, Armaturen, Sanitärobjekten, Möbeln und Werkstoffen. Vorteile sind große Auswahl, transparente Preisstrukturen, regelmäßige Sonderangebote und umfassende Online-Shops sowie Beratung in Filialen. Wer Maßarbeiten oder individuelle Planung wünscht, bekommt dort oft passende Lösungsvorschläge oder kann Betonung auf Markenqualität legen. Die Bandbreite reicht von Budgetprodukten bis zu Premium-Marken.
- Spezialisierte Fachhändler: Viele Hersteller haben eigene Showrooms oder Partnerbetriebe, die komplette Badlösungen anbieten. Markenhersteller für Sanitärkeramik, Armaturen und Duschen ermöglichen oft abgestimmte Designkonzepte, die sich aufeinander abstimmen lassen. Vorteile sind oft verlängerte Garantien, hochwertige Verarbeitung und ein konsistentes Designkonzept.
- Online-Plattformen und Vergleichsportale: Houzz bietet Designinspirationen, Produktvorschläge und Verbindungen zu Fachleuten; MyHammer.de (ehemals MyHammer) ermöglicht das Anfordern von Angeboten und den Vergleich von Handwerkern. Check24 oder ähnliche Portale helfen bei Kostenvergleichen, Budgetplanungen und dem Erhalten von mehreren Angeboten. Vorteile dieser Plattformen sind Transparenz, Vergleichsmöglichkeiten und die Chance, mehrere Kostenvoranschläge einzuholen, um das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden.
- Lokale Fachbetriebe und Boutiquen: Oft arbeiten spezialisierte Badinstallateure mit individuellen Designs und maßgefertigten Lösungen. Sie bieten häufig eine ganzheitliche Betreuung vom Entwurf bis zur Fertigstellung, inklusive Koordination von Elektrik, Fliesenlegern und Sanitär.
Konkrete Vorgehensweise, wenn man eine Badrenovierung plant, kann so aussehen:
- Definieren Sie den gewünschten Stil, die Funktionen und den zeitlichen Rahmen. Erstellen Sie eine Liste mit Must-Haves und Nice-to-Haves.
- Erstellen Sie eine Bestandsaufnahme: Messen Sie Raummaße, prüfen Sie Rohre, Stromkreise, Belüftung und fallende Feuchtigkeit.
- Recherchieren Sie Materialien und Marken, holen Sie sich Muster und vergleichen Sie Oberflächen, Oberflächenpflege und Haltbarkeit.
- Holen Sie mindestens drei Angebote von unterschiedlichen Anbietern oder Plattformen ein. Prüfen Sie Referenzen, Garantiebedingungen, Lieferzeiten und Serviceleistungen.
- Erstellen Sie einen detaillierten Zeitplan mit Meilensteinen: Demontage, Rohinstallation, Fliesenarbeiten, Endmontage, Endreinigung.
- Planen Sie ein realistisches Budget einschließlich Puffer für unvorhergesehene Kosten. Vereinbaren Sie klare Zahlungsbedingungen und Abnahmeprotokolle.
- Beachten Sie Energie- und Wasserersparnisse: Moderne Armaturen, kompakte Spültechniken, gute Belüftung und effiziente Beleuchtung können laufende Kosten deutlich senken.
- Dokumentieren Sie jeden Schritt: Fotos, Quittungen und schriftliche Absprachen helfen, Missverständnisse zu vermeiden und Nachträgen vorzubeugen.
Praktische Tipps, die oft den Unterschied machen:
- Beginnen Sie mit einem konkreten Gestaltungskonzept und nutzen Sie Drei-Dimension-Planungen oder Visualisierungstools, um Geldfresser frühzeitig zu erkennen.
- Vergleichen Sie drei bis vier Angebote und prüfen Sie, ob der Kostenvoranschlag alle Bereiche abdeckt: Material, Arbeitsleistung, Entsorgung, Lieferung, Montagematerial.
- Wählen Sie langlebige, pflegeleichte Materialien, die zu Ihrem Nutzungsverhalten passen (Familienbad, Haustiere, Barrierefreiheit).
- Planen Sie ausreichend Zeit für Trockenbau, Abdichtung und Tutzreaktion – Feuchtigkeit braucht Zeit, um gut auszuhärten.
- Berücksichtigen Sie eine mögliche Zwischenlösung, falls das Bad während der Renovierung nicht nutzbar ist. Mobiles Bad, provisorische Einrichtungen oder alternierende Nutzung können helfen.
Die Entscheidung, ob man die Arbeiten komplett selbst übernimmt oder professionelle Hilfe engagiert, hängt stark von der eigenen Erfahrung, der Komplexität der Aufgaben und dem verfügbaren Zeitbudget ab. Selbstbau kann Kosten senken, birgt aber das Risiko von Verzögerungen, Fehlern und zusätzlichen Kosten, wenn Versorgungsleitungen betroffen sind. Professionelle Badinstallateure bieten Sicherheit, Kooperation mit Elektrikern und Fliesenlegern sowie Gewährleistung für Arbeiten. Ein gut koordinierter Ablauf minimiert Bauunterbrechungen und sorgt dafür, dass das Ergebnis funktional, ästhetisch und langlebig ist.