Viele Menschen in Deutschland suchen nach einer Kontolösung, die kein monatliches Entgelt verursacht und gleichzeitig eine Kreditkarte mitliefert. Die Idee eines kostenlosen Girokontos mit integrierter Kreditkarte klingt verlockend: kein Grundgebühr, einfache Bedienung, und der Überblick über Finanzen an einem Ort. Doch hinter diesem Versprechen verstecken sich Feinheiten, Konditionen und potenzielle Zusatzgebühren, die man kennen sollte, bevor man sich entscheidet. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf das Phänomen, vergleichen führende Anbieter und geben konkrete Hinweise, wie man das passende Angebot findet und sinnvoll nutzt.
Was bedeutet „kostenlos“ in diesem Kontext? Zunächst einmal heißt es in der Praxis oft, dass die Kontoführung weder monatlich noch regelmäßig mit Gebühren belastet wird. Doch die Kreditkarte ist selten völlig kostenfrei zu erhalten. Viele Banken bieten eine kostenlose Kreditkarte im Paket mit dem Girokonto an, stellen aber bei bestimmten Nutzungen Gebühren in Rechnung. Dazu gehören Bargeldabhebungen außerhalb des Inlands, Auslandseinsätze in Fremdwährungen, oder der Einsatz der Karte in bestimmten Gebührenzonen. Ebenso gibt es Konditionen, die sich auf das Kriterium eines regelmäßigen Geldeingangs oder eines bestimmten Mindestumsatzes pro Monat beziehen. Wer also nur sparsam mit der Karte bezahlt oder selten Bargeld abhebt, kann in der Praxis von einer kostenfreien Nutzung profitieren. Wer hingegen häufiger weltweit zahlt, sollte die Gebührenstrukturen genau prüfen.
Ein wichtiger Teil der Entscheidung ist die Wahl des Anbieters. In Deutschland konkurrieren flächendeckende Banken, Direktbanken und Fintechs um Kunden, die ein gebührenfreies Girokonto mit Kreditkarte wünschen. Zu den etablierten Optionen gehören die Direktbanken und Filialbanken mit digitalem Fokus, darunter DKB, ING-DiBa und comdirect, die alle in der Vergangenheit attraktive Modelle für kostenloses Girokonto mit Kreditkarte angeboten haben. Daneben gewinnen fintech-orientierte Anbieter wie N26 Marktanteile, die oft ein kostenfreies Basiskonto mit einer integrierten Mastercard anbieten. Die jeweiligen Modelle unterscheiden sich in Details wie der Höhe des Bargeldabhebungsgebühren, dem Auslandseinsatz, der Kartenverfügbarkeit weltweit, sowie den Anforderungen an Gehalts- oder Zahlungseingänge.
DKB Cash mit Visa Kreditkarte hat sich über Jahre als solides, kostenfreies Paket etabliert. Typische Vorteile sind ein einfach zugängliches Online-Banking, eine weit verbreitete Akzeptanz der Visa Karte, und in vielen Fällen kostenfreie Abhebungen an Automaten im In- und Ausland. Die Bedingungen gehen oft dahin, dass der Kontoinhaber ein regelmäßiges Einkommen auf das Konto leitet oder zumindest eine gewisse Aktivität nachweist, damit die Gebührenfreiheit erhalten bleibt. Ein Nachteil kann gelegentlich ein eingeschränkter Bonus bei Bareinzahlungen oder eine Gebührenpflicht bei bestimmten transaktionsintensiven Nutzungen sein. Trotzdem bleibt DKBs Angebot für viele Verbraucher attraktiv, besonders wer Wert auf eine verlässliche Bankinfrastruktur legt.
ING-DiBa gehört zu den älteren Giganten des deutschen Privatkundensegments und bietet Girokonto inklusiv Mastercard als Standardmodell. Die Kontoführung ist in der Regel kostenlos, solange bestimmte Kriterien erfüllt sind, wie ein regelmäßiger Geldeingang oder der Abschluss eines bestimmten Aktivitätsniveaus. Ein praktischer Vorteil ist die enge Verzahnung mit dem bestehenden ING-Ökosystem und einem weitreichenden Filial- sowie Online-Angebot. Der Nachteil kann sein, dass bei gelegentlichen Kontonutzungen Gebühren anfallen oder bestimmte Leistungen nicht so flexibel gestaltet sind wie bei rein digitalen Anbietern.
Comdirect, traditionell stark im Online-Geschäft, bietet ebenfalls Girokontooptionen mit Kreditkarte an. Die Mastercard gehört zum Standardpaket, und die Kostenfreiheit des Kontos hängt oft von Gehaltszahlungen oder anderen Kriterien ab. Vorteilhaft ist hier der direkte Zugang zu robusten Analysetools, guter Kundenservice und ein etabliertes Angebot für Wertpapierhandel sowie Kreditlinien. Die Konditionen sollten jedoch vor Abschluss sorgfältig geprüft werden, da sich Gebührenstrukturen je nach Nutzungsverhalten verschieben können.